Börse & Wertpapiere

Eine Aktie verbrieft den Anteil eines Aktionärs an einem bestimmten Unternehmen. Sie spiegelt also einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft wider und bringt gewisse Rechte mit sich, wie z.B. das Recht auf eine Gewinnbeteiligung (Dividende) oder auch ein Mitspracherecht auf der Hauptversammlung.

Sie dient zur Finanzierung des Unternehmens, sprich die Aktiengesellschaft kann sich über die Ausgabe von Aktien finanzielle Mittel sichern.

Aber nicht jede Aktie ist gleich. Es wird zwischen verschiedenen Arten unterschieden, wie z.B. Stammaktien und Vorzugsaktien oder Inhaber- und Namensaktien.

Die Dividende eines Unternehmens ist eine Gewinnbeteiligung der Aktionäre. Es handelt sich praktisch um die Verzinsung des eingesetzten Kapitals.

Bsp.:

Du kaufst eine Aktie für 100 Euro und bekommst 5 Euro Dividende im Jahr.

Damit hast du eine Rendite / Verzinsung von 5% erreicht!

Diese Rendite wird auch Dividendenrendite genannt.

Die Höhe der Dividende bzw. ob überhaupt eine Dividende gezahlt wird, wird auf der Hauptversammlung entschieden. Dazu gibt es normalerweise einen Vorschlag des Vorstands, der natürlich auch von dem abgelaufenen Geschäftsjahr und den Zukunftsaussichten des Unternehmens abhängig ist.

Die Aktionäre haben dann meist ein entsprechendes Mitspracherecht.

Die Dividendenrendite ist eine wichtige Aktienkennzahl. Sie ist besonders interessant für Anleger mit einer entsprechenden Dividendenstrategie. 

Die Kennzahl zeigt das Verhältnis von Dividende zu dem Aktienkurs an. Sie wird wie folgt berechnet:

Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs 

Bsp.:

5 Euro Dividende / 100 Euro Aktienkurs = 5% Dividendenrendite

Bei einem ETF handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds und bildet einen Index nach, also z.B. den DAX, NASDAQ oder immer wieder sehr beliebt, den MSCI World.

Da ein ETF lediglich einen bestehenden Index abbildet, wird dieser nicht aktiv verwaltet, es kümmert sich also kein Fondsmanagement um die Zusammensetzung des ETF und hat somit auch keinen Einfluss auf die beinhalteten Werte. Durch das fehlende Management ist ein ETF im Normalfall sehr kostengünstig, während aktiv verwaltete Fonds meistens mit relativ hohen Gebühren versehen sind.

ETF ist aber nicht gleich ETF! Es gibt viele unterschiedliche Varianten, die sich besonders in der Art der Replikation, also der Abbildung unterscheiden!

Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

  • Physische Replikation
  • Sampling
  • Synthetische Replikation (SWAP-ETF)

Bei der physischen Replikation werden die einzelnen Werte des Index einfach 1:1 gekauft. Also bei einem DAX ETF befinden sich alle Aktien in dem Portfolio, entsprechend der Gewichtung im DAX! Die Sampling Methode ist eine etwas abgewandelte Art der physischen Replikation. Bei dieser Variante wird der Index nicht exakt eingekauft, sondern z.B. nur die Werte mit der größten Gewichtung im Index, da diese im Normalfall für den größten Teil der Performance im Index verantwortlich sind!

Komplizierter wird es in der dritten Variante, der synthetischen Replikation. Hier werden die einzelnen Aktien normalerweise gar nicht gekauft, sondern die Performance des jeweiligen Index wird “getauscht”. Hierbei werden z.B. SWAP-Geschäfte genutzt, die dem ETF-Anbieter die jeweilige Performance garantieren soll!

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt das Verhältnis zwischen dem Aktienkurs und dem eigentlich auf die Aktie entfallenden Anteil am Eigenkapital des Unternehmens an.

Das KBV wird wie folgt berechnet:

Kurs-Buchwert-Verhältnis = Aktienkurs / Buchwert je Aktie

Bsp.:

100 Euro Aktienkurs / 50 Euro Buchwert je Aktie = KBV von 2

Daraus lässt sich folgern, dass die Aktie zum doppelten des Buchwertes notiert.

Ein KBV von 1 würde in der Theorie einen „fairen“ Wert der Aktie bedeuten. Allerdings sollte das KBV nicht als alleinige Kennzahl einer Aktienanalyse genutzt werden.

Grundsätzlich gilt auch hier: Je niedriger das KBV, desto günstiger die Bewertung!

Das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) gibt das Verhältnis von Aktienkurs zu Cashflow wider und ist somit weniger „manipulationsanfällig“ als das KGV. Außerdem kann das KCV auch für Unternehmen verwendet werden, die keinen Gewinn erzielt haben.

Das KCV wird wie folgt berechnet:

Kurs-Cashflow-Verhältnis = Aktienkurs / Cashflow je Aktie

Achtung! Es sollte angegeben werden, welcher Cashflow (z.B. freier Cashflow oder Brutto Cashflow) zu Berechnung verwendet wurde!

Bsp.:

100 Euro Aktienkurs / 10 Euro Cashflow je Aktie = KCV von 10

Grundsätzlich gilt wieder: Je niedriger das KCV, desto günstiger die Bewertung!

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine wichtige Kennzahl der Fundamentalanalyse. Sie gehört zu den bekanntesten Kennzahlen und gibt das Verhältnis des Aktienkurses zu dem Gewinn je Aktie an.

Sie wird wie folgt berechnet:

Kurs-Gewinn-Verhältnis = Aktienkurs / Gewinn je Aktie

Bsp.:

100 Euro Aktienkurs / 5 Euro Gewinn je Aktie = 20 KGV

Daraus kann gefolgert werden, dass das Unternehmen 20 Jahre benötigen würde, um bei gleichbleibendem Gewinn seinen Aktienkurs zu verdienen.

Die Kennzahl eignet sich allerdings nur bedingt zum Vergleich unterschiedlicher Unternehmen, da das KGV auch stark von Branchen und anderen Faktoren abhängt.

Daher sollte das KGV hauptsächlich im Vergleich branchengleicher Unternehmen verwendet werden.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KGV, desto günstiger die Bewertung!

Die Limit-Order ist besonders bei sehr volatilen Titeln zu nutzen, da bei der Ordereingabe ein Limit, also ein vorgegebener Kaufkurs bzw. Verkaufskurs festgesetzt wird. Hierbei kommt es dementsprechend häufig zu einer verzögerten Ausführungen der Order, da diese erst bei Erreichen des angegebenen Limits ausgeführt wird.

Bei einem Kaufauftrag wird also der maximale Kaufkurs angegeben und bei einem Verkaufsauftrag der mindestens zu erzielende Verkaufskurs.

Bsp.:

Kurs der Aktie XY liegt am Monatsanfang bei 60 Euro.

Limit-Order Kauf:

Menge: 10 Anteilen

Limit: 50 Euro

Gültig: Bis Monatsende

Fällt der Kurs bis Monatsende unter den festgesetzten Preis von 50 Euro, dann wird die Order ausgeführt. Passiert dies nicht, verfällt die Order am Monatsende und wird gelöscht!

Achtung! Die Limit Order dient nicht zum Absichern einer bestehenden Position im Depot! Hierzu wird z.B. eine Stop-Loss Order genutzt!

Bei einer Market Order handelt es sich um eine unlimitierte Order. Dabei wird lediglich ein Handelsplatz ausgewählt, aber keine Kursvorgabe gemacht.

Durch die fehlende Angabe eines Limits wird die Order zu dem nächstmöglichen Kurs ausgeführt, wodurch normalerweise eine direkte Ausführung stattfindet.

Allerdings kann es bei größeren Kursschwankungen zu stark abweichenden Kursen kommen.

Dies ist bei großen und viel gehandelten Aktienwerten normalerweise nicht der Fall, aber es sollte beim Kauf / Verkauf von Werten mit hoher Schwankung (z.B. PennyStocks und Derivate) beachtet werden!

Kauforder ohne Limit – Billigst

Verkaufsorder ohne Limit – Bestens

Bei einem Optionsschein handelt es sich um ein verbrieftes Recht! Bei dem diesem Recht handelt es sich entweder um ein Kaufrecht (Call) oder ein Verkaufsrecht (Put) und bezieht sich z.B. auf einen Aktienwert, einen Index oder auch einen Rohstoff.

Das Recht kann zu dem vorher festgelegten Preis ausgeübt werden, muss aber nicht!

Ein Optionsschein besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • Basiswert  (z.B. Aktien einer AG)
  • Basispreis  (festgelegter Kauf- bzw. Verkaufspreis des Basiswertes)
  • Laufzeit / Frist  (Zeitraum für die Ausübung)
  • Bezugsverhältnis  (z.B. 1:10 also 10 Optionsscheine für den Kauf einer Aktie)

 Bsp.:

 Call Optionsschein XY

  • Aktueller Kaufpreis: 0,50 Euro
  • Basiswert: Aktie XY
  • Basispreis: 50 Euro
  • Laufzeit / Frist: 30.11.20xx
  • Bezugsverhältnis: 1:10

Steigt der Kurs der Aktie XY z.B. auf 60 Euro, so kann der Besitzer des Optionsscheins die Aktie zum Kurs von 50 Euro kaufen. Dazu müsste er 10 Optionsscheine gegen die Aktie XY eintauschen.

Die Aktie XY kostet dann 50 Euro zzgl. des Kaufpreises der Optionsscheine!

In diesem Fall wären es also 50 Euro plus 10×0,50 Euro für die Optionsscheine, also insgesamt 55 Euro. Nach dem Kauf der Aktien könnte diese für 60 Euro über die Börse veräußert werden und somit einen sofortigen Gewinn von 5 Euro einbringen!

 

Das Beispiel gilt für einen Call-Optionsschein, also ein Kaufrecht. Bei einem Put-Optionsschein läuft der ganze Prozess andersrum. Privatanleger nutzen das jeweilige Recht normalerweise nicht aus, sondern verkaufen den Optionsschein vorher.

Einfach ausgedrückt:

Ein Optionsschein ist eine Wette auf steigende oder fallende Kurse des entsprechenden Basiswertes!

Der Vorteil von Optionsscheinen liegt unter anderem an der Möglichkeit, auf fallende Kurse eines Wertes zu setzten oder auch von steigenden Kursen einer Aktie zu profitieren, ohne diese kaufen zu müssen. Da Optionsscheine normalerweise nur wenige Euro oder sogar nur Cent kosten, kann ein Anleger z.B. an steigenden Amazon-Kursen teilhaben, ohne auch nur eine Amazon-Aktie zu kaufen!

Der Nachteil ist das sehr hohe Risiko, da Optionsscheine überproportionalen Wertschwankungen unterliegen. Dies liegt an dem sogenannten Hebel.

Eine Stop-Loss-Order wird zur Absicherung bestehender Werte im Depot genutzt.Es handelt sich um nichts anderes als eine Kursschwelle, bei deren erreichen oder unterschreiten ein Verkauf des Wertpapiers erfolgt.

Es gibt sowohl eine Variante ohne Limit, als auch eine mit Angabe eines Limits.

Bei der Variante ohne Limit wird das Wertpapier zum nächstmöglichen Kurs veräußert.

Bei der Limit-Variante wird zusätzlich ein Verkaufslimit angegeben. Wird die Stop-Loss-Schwelle erreicht, so wird das Wertpapier lediglich verkauft, wenn der Kurs über dem angegebenen Limit liegt, analog zur Limit-Order!

Bsp.:

Kurs der Aktie XY liegt am Monatsanfang bei 60 Euro.

Stop-Loss-Order (ohne Limit):

Menge: 10 Anteilen

Stop-Loss: 50 Euro

Gültig: Bis Monatsende

Fällt der Kurs bis Monatsende unter die Schwelle von 50 Euro, dann wird die Order zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Dieser Kurs kann allerdings auch deutlich unter den 50 Euro liegen z.B. bei einem extremen Kursrutsch.

Passiert dies nicht, verfällt die Order am Monatsende und wird gelöscht!

Stop-Loss-Order (mit Limit):

Menge: 10 Anteilen

Stop-Loss: 50 Euro

Limit: 48 Euro

Gültig: Bis Monatsende

Fällt der Kurs bis Monatsende unter die Schwelle von 50 Euro, dann wird die Order zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, vorausgesetzt der Kurs liegt über dem Limit von 48 Euro.

Passiert dies nicht, verfällt die Order am Monatsende und wird gelöscht!