voestalpine AG – Stahlbau aus Österreich

voestalpine AG – Stahlbau aus Österreich

Erneut hab ich mich bei unseren Nachbarn nach Aktien umgesehen und habe mir daher mal die Top Werte aus dem ATX angesehen. Der ATX ist ein Aktienindex aus Österreich und kann mit dem DAX verglichen werden. Auch hier habe ich wieder eine Umfrage gestartet und wollte wissen, welches Unternehmen meine Leser am meisten interessiert.

Das Ergebnis: voestalpine AG

Die voestalpine AG geht auf das 1946 gegründete Unternehmen VÖEST zurück, das nach dem zweiten Weltkrieg als Staatsunternehmen aufgebaut wird. Nach der Entwicklung des sogenannten LD-Verfahrens, geht es für die VÖEST bergauf und das Unternehmen kann zu einem international konkurrenzfähigen Unternehmen aufsteigen. Bis 1967 baut VÖEST sogar Schiffe. Insgesamt laufen vier Hochseefrachtschiffe vom Stapel. Die folgenden Jahre sind von diversen Umstrukturierungen geprägt und es kommt zu einer Fusion mit der Alpine AG. Fast zeitgleich kommt es zu der ersten großen Ölkrise und einem Preisverfall am Stahlmarkt. Es folgen schwierige Jahre, die von Krisen und Skandalen geprägt sind und letztlich zur Entlassung des gesamten Vorstandes des stark defizitären Konzerns führen. Letztlich kommt es Ende der 80er Jahre zu massiven Umstrukturierungen um den Konzern wieder profitabel zu machen. Die Umstrukturierungen dauern bis Mitte der 90er an und führen zu einer Fokussierung auf qualitativ hochwertige Nischenprodukte. Hauptabnehmer sind u.a. die Automobilindustrie und Bahnverwaltungen. 1995 beginnt dann die Privatisierung und der Börsengang der heutigen voestalpine AG. Seither legt das Unternehmen einen großen Wert auf Forschung und Entwicklung. 2009 wird wieder ein schwieriges Jahr für den Konzern, der unter der Wirtschaftskrise leidet. Dennoch entwickelt sich das Unternehmen weiter und investiert u.a. in Techniken wie den 3D-Druck für Stahlteile. 2018 startet die voestalpine AG die Forschung im Bereich der Wasserstoffverwendung in der Stahlproduktion. Ein Jahr später wird die Wasserstoffpilotanlage „H2FUTURE“ in Betrieb genommen. Das Projekt wird von der EU gefördert und soll zur Reduzierung der CO²-Emission in der Stahlindustrie führen.

Heute ist das Unternehmen in vier Bereiche bzw. Divisionen aufgeteilt:

  • Steel Division
  • High Performance Metals Division
  • Metal Engineering Division
  • Metal Forming Division

Steel Division

Die Steel Division ist für die Herstellung von hochwertigen Stahlprodukten und Stahlbändern zuständig. Außerdem werden Grobbleche für den Energiesektor hergestellt. Insgesamt wurden rund 35 Prozent des gesamten Konzernumsatzes in dieser Division erzielt, womit sie die größte Division des Konzerns ist.

High Performance Metals Division

Der globale Marktführer für Werkzeugstahl produziert neben dem besagten Werkzeugstahl auch noch diverse Spezialstahle und Legierungen. Außerdem wird Stahl für die Luftfahrtindustrie hergestellt. In diesem Bereich gilt die voestalpine AG als der weltweit größte Lieferant und produziert Stahl für den Bau von Flugzeugteilen.

Metal Engineering Division

Bild von Michael Gaida auf Pixabay

Die Metal Engineering Division ist weltweiter Marktführer im Bereich der Bahninfrastruktur. Produziert werden Schienen- und Weichensysteme, sowie Walzdraht und Nahtlosrohre. Zusätzlich werden Service- und Logistikleistungen angeboten.

Metal Forming Division

Die vierte Division stellt neben Spezialrohren und Präzisionsstahlrohren auch Leichtbaulösungen für die Automobilindustrie her. Des Weiteren werden Regalsystemlösungen angeboten.

Die Aktie:

Bei einem näheren Blick auf die Zahlen fällt schnell auf, dass die voestalpine AG aktuell unter großen Schwankungen im Jahresabschluss leidet. Der Umsatz konnte in den vergangenen Jahren relativ konstant gehalten werden und ist sogar leicht gestiegen. Anders sieht es wiederum beim Jahresüberschuss aus. Dieser war in den letzten Jahren großen Schwankungen ausgesetzt, was letztlich sogar zu einem Rückgang von durchschnittlich 29% geführt hat. Im letzten Jahr wurde sogar ein Verlust von etwa 217 Mio. Euro verbucht. Durch den Gewinnrückgang bzw. den Fehlbetrag im Jahr 2020 wurde auch die Dividende gekürzt. Lag diese in den Vorjahren regelmäßig über einem Euro, so werden dieses mal lediglich rund 0,20 Euro pro Aktie erwartet.

Trotz der relativ schlechten Zahlen im letzten Jahr, ist das Unternehmen bilanziell gut aufgestellt. Die Eigenkapitalquote liegt bei etwa 37,5 % und kann sich sehen lassen. Gleichzeitig sehen auch die Verschuldungskennzahlen gut aus. Das Gearing liegt mit fast 167% noch relativ deutlich unter dem Grenzwert von 200%.

Grundsätzlich halte ich die voestalpine AG für ein interessantes Unternehmen aus dem Stahlbereich. Besonders die Bemühungen im Bereich der CO²-neutralen Stahlproduktion können in Zukunft zu einer starken Marktposition führen. Wer auf das Thema Nachhaltigkeit setzen möchte und für sein Depot ein Unternehmen aus der Stahlindustrie sucht, hat sicherlich die Chance auf eine positive Unternehmensentwicklung. Für mich kommt eine Investition aktuell dennoch nicht in Frage. Dafür sind mir die Erfolgskennzahlen momentan einfach zu unstabil.

Status: Watchlist

Disclaimer:

Es handelt sich hierbei weder um eine Anlageberatung, noch um eine Kaufempfehlung meinerseits. Wertpapieranlagen sind mit Risiken verbunden und können zum Totalverlust führen!

Ich halte aktuell keine der erwähnten Aktien!

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