Palantir – Die neue Datenkrake aus den USA?

Palantir – Die neue Datenkrake aus den USA?

Das amerikanische Unternehmen Palantir ist seit September 2020 an der Börse handelbar und hat seit Börsenstart eine ordentliche Rallye hingelegt. Von den Einen gefeiert, von den Anderen kritisiert. Der Softwarehersteller gilt als geheimnisvoll und steht für Einige sinnbildlich für den Überwachungsstaat. Aber woher kommt dieses Bild und warum wird das Unternehmen oftmals kritisch gesehen? Dazu sollte erstmal das eigentliche Geschäftsmodell betrachtet werden.

Was genau macht Palantir eigentlich?

Um die Thematik der Überschrift direkt aufzugreifen, sei gesagt, dass Palantir keine Daten sammelt oder speichert. Palantirs Software arbeitet mit den zur Verfügung gestellten Daten und hilft lediglich bei deren Auswertung bzw. Analyse.

Bild von JuergenPM auf Pixabay

Palantir bietet diverse Produkte im Bereich der Datenanalyse an. Dabei handelt es sich um spezielle Analysesoftware, die auf den jeweiligen Kunden angepasst wird.

Zu den Produkten gehört zum einen Palantir Gotham, das besonders in den Bereichen Strafverfolgung, Anti-Terror-Bekämpfung und ähnlichem zum Einsatz kommt. Zu den Kunden gehören daher diverse Sicherheitsbehörden, wie die CIA, das FBI und mittlerweile auch die deutsche Polizei. Erste Einsätze bzw. Testreihen gibt es bei der Polizei in Hessen und NRW.

Allerdings bietet Palantir auch eine Software namens Foundry für private Unternehmen an. Bisher ist die Software vor allem im Finanzsektor angekommen, da sie z.B. zum Erkennen von Trends verwendet werden kann.

Des Weiteren kommt die Software auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie zum Einsatz. Die Software soll eine bessere Kontaktverfolgung bzw. eine bessere Vorhersage des Infektionsgeschehens ermöglichen.

Grundsätzlich sollte man also meinen, dass es sich bei den Produkten um eine gute Sache handelt. Das sehen aber nicht alle so. Kritiker des Unternehmens befürchten, dass die Software einen weiteren Grundstein auf dem Weg hin zum Überwachungsstaat legen könnte und sind u.a. über den Datenschutz besorgt. Zusätzlich gab es in der Vergangenheit diverse Rassismus-Vorwürfe im Bereich der Strafverfolgung bzw. Tätersuche, die Palantir allerdings auf die jeweiligen Anwender abgewälzt hat.

Jahresabschluss 2020

Kursverlauf seit Börsengang

Bisher ist Palantir noch sehr unprofitabel. Zwar konnte der Umsatz in den letzten Jahren regelmäßig gesteigert werden, doch für einen Gewinn hat es noch nicht gereicht.

Die Umsatzsteigerung der letzten 2 Jahre betrug im Schnitt ca. 36% und führte zu einem Jahresumsatz i.H.v. etwa 1,1 Mrd. USD im letzten Jahr. Das Ergebnis lag in einem ähnliche Bereich, allerdings als Jahresfehlbetrag von fast 1,2 Mrd. USD. Dieser Fehlbetrag ist auf einen Sondereffekt zurückzuführen, denn das operative Ergebnis lag bei etwa 104 Mio. USD.

Positiv zu erwähnen bleibt die Kapitalstruktur, da Palantir über eine sehr solide Eigenkapitalquote von rund 57% verfügt.

Aussichten

Palantir hat in meinen Augen enormes Potenzial in einem immer wichtiger werdenden Bereich:

Big-Data Analyse!

Noch befindet sich das Unternehmen relativ am Anfang, auch wenn es bereits 2003 gegründet wurde. Bisher ist Palantir noch sehr abhängig von einigen wenigen, aber großen Kunden, doch das soll sich in Zukunft ändern. Bereits im Ende des letzten Jahres konnten wichtige Kunden gehalten und neue Verträge abgeschlossen werden. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie BP, Rio Tinto oder auch 3M. Anfang des Jahres wurde auch noch eine Kooperation mit IBM beschlossen.

Das Geschäft im Bereich Big-Data wird immer wertvoller werden und Palantir versucht davon zu profitieren.

Aktuell ist die Aktie bereits sehr hoch bewertet und birgt daher auch ein entsprechend großes Risiko. Sollte das Unternehmen zeitnah profitabel werden und sich weiter vergrößern können, könnte sich ein langfristiges Investment auszahlen.

Status: Im Depot

Disclaimer:

Es handelt sich hierbei weder um eine Anlageberatung, noch um eine Kaufempfehlung meinerseits. Wertpapieranlagen sind mit Risiken verbunden und können zum Totalverlust führen!

Ich habe die Aktien aktuell im Depot!